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Umbrüche am Intradaymarkt

Wie die erneuerbaren Energien den Intradaymarkt grundlegend verändern

Der Energiemarkt wird immer stärker vom konstant wachsenden Anteil an erneuerbaren Energien in Europa beeinflusst. Im besonderen Maße betrifft dies den Spotmarkt und dort wiederum den kurzfristigen Intradayhandel.

Bereits im Jahr 2025 soll ein Anteil der erneuerbaren Energien am Brutto-Stromverbrauch zwischen 40% und 45% erreicht werden. Langfristig soll dieser Anteil weiter steigen: bis 2035 werden mindestens 55% und bis 2050 mindestens 80% angestrebt. Der Markt hat bereits 2011 in Folge der Stilllegung von 8 deutschen Kernkraftwerken mit rund 8 GW Leistung seine Anpassungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Daher ist auch davon auszugehen, dass der für 2022 angestrebte Atomausstieg Deutschlands durch erneuerbare Energien aufgefangen werden kann. Diese werden sich mittel- und langfristig zu einer wesentlichen Säule des Stromversorgungssystems entwickeln, wodurch allen Marktakteuren umfassende Anpassungen bevorstehen.

Markt beweist Anpassungsfähigkeit und erschließt Flexibilitätspotentiale

Der Markt hat bereits 2011 in Folge der Stilllegung von 8 deutschen Kernkraftwerken mit rund 8 GWh Leistung seine Anpassungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Daher ist auch davon auszugehen, dass der für 2022 angestrebte Atomausstieg Deutschlands durch erneuerbare Energien aufgefangen werden kann.

Schon jetzt ist spürbar, wie sich die Anforderungen an thermische Kraftwerke im Zuge der Energiewende ändern. So nimmt der Bedarf an Grund- und Mittellastkraftwerken ab, während im Gegenzug das Lastmanagement und insbesondere flexible Spitzenlasttechnologien an Bedeutung gewinnen. Deckten in der Vergangenheit vor allem regelbare Kraftwerke die Stromnachfrage, wird inzwischen eine zunehmende Zahl flexibler Verbrauer und Energieerzeuger aktiv. Diese reagieren damit auf das fluktuierende Angebot von Wind- und Sonnenenergie.

Immer größere Bedeutung gewinnt daher die Nutzung vorhandener Flexibilitäts-potentiale. Nur so kann gewährleistet werden, dass die erneuerbaren Energien erfolgreich und möglichst kostengünstig in das bestehende System integriert werden. Experten sind davon überzeugt, dass das technische Potential der Flexibilitätsoptionen den tatsächlichen Bedarf sogar bei weitem noch übertrifft: „Es bestehen zahlreiche Optionen, um Erzeugung und Verbrauch jederzeit sicher, kosteneffizient und umweltverträglich zu synchronisieren. Dies gilt auch für Zeiten maximaler und minimaler Residuallast. Aus dem großen Angebot für Flexibilität im Strommarkt können daher vorrangig die günstigsten Optionen genutzt werden.“

Bei der Hebung der umfangreichen Flexibilitätspotentiale spielen die Marktpreissignale eine zentrale Rolle. Bedeutend dafür sind aus Sicht von Experten neben strukturellen Anpassungen insbesondere die Weiterentwicklung der Spot- & Regelleistungsmärkte sowie die Förderung der Bilanztreue.

Viertelstundenprodukte gewinnen an Bedeutung

Die am Intradaymarkt gehandelten Viertelstundenprodukte gewinnen konstant an Bedeutung. Zum einen, da die Fahrpläne der deutschen Bilanzkreise auf Viertelstunden basieren, wodurch sich die Angebots- und Nachfragestrukturen mit Hilfe der entsprechenden Produkte besser abbilden lassen. Die Verwendung von Stundenprodukten kann dagegen dazu führen, dass unausgeglichene innerstündliche Rampen zum unnötigen Einsatz von Regelenergie führen. Betroffen sind davon bislang in besonderem Maße Photovoltaik-Anlagen, deren Verbreitung in Zukunft weiter zunehmen wird. Für Viertelstundenprodukte spricht auch, dass einige Flexibilitätsoptionen bei der Verwendung von Stundenprodukten nicht optimal eingesetzt werden können, da sie nur für kürzere Zeiträume Leistung erbringen.

Das Handelsvolumen der Intraday-Märkte an der EPEX Spot belief sich 2015 auf insgesamt 59 TWh. Allein 64% dieser Menge wurden im deutsch-österreichischen Marktgebiet gehandelt. Im August diesen Jahres wurden insgesamt 5,3 TWh am Intradaymarkt gehandelt. Stundenkontrakte machten davon mit 2,8 TWh den Großteil der gehandelten Mengen aus. Dem gegenüber stehen 738 GWh im Viertelstundenhandel. Langfristig wird sich dieses Verhältnis immer stärker zu den Viertelstundenprodukten verschieben.

Die Intensivierung des Intradayhandels wird außerdem durch Bestrebungen der deutschen Bundesregierung begünstigt, die Anreize im Bilanzkreis- und Ausgleichsenergiesystem auszubauen. Notwendig wird dies auf Grund der schlecht ausgeprägten Bilanztreue vieler deutscher Bilanzkreise, die die Systemsicherheit im Rahmen der fortschreitenden Energiewende bedrohen könnte. Gemäß Schätzungen bewirtschafteten in den vergangenen Jahren nur 30-50% der Bilanzkreisverantwortlichen ihren Bilanzkreis am Intradaymarkt.

Kurzfristiger Handel steigert die Flexibilität der Marktteilnehmer

Als Reaktion auf die gestiegene Nachfrage hat die Börse ihre Produkte in den letzten Jahren sukzessive weiterentwickelt und sie dadurch stetig den Bedürfnissen der Marktteilnehmer angepasst. So wurden die Vorlaufzeiten im Intradayhandel schrittweise verkürzt, um auf den steigenden Anteil der deutlich volatileren erneuerbaren Energien zu reagieren. Für den Handel in Deutschland und Österreich reduzierte sich die Vorlaufzeit zuletzt von vormals 45 bzw. 75 auf nur 30 Minuten. In den Niederlanden und Belgien beläuft sich die Vorlaufzeit sogar nur auf 5 Minuten.

Die daraus resultierende gesteigerte Flexibilität hilft den Marktteilnehmern dabei, möglichst schnell auf ungeplante und unvorhersehbare Änderungen in der Stromproduktion bzw. –nachfrage zu reagieren. Dies wiederum gewährleistet, dass der Markt diese Schwankungen mit eigenen Mechanismen ausgleichen kann, noch bevor dafür Regelenergie verwendet werden muss.

Neben der Bewirtschaftung der Bilanzkreise bzw. Vermeidung von Ausgleichsenergiekosten wird der Intradaymarkt zunehmend dafür verwendet, den Strom kurzfristig bedarfsgerecht zu produzieren.

Dank den schnellen Reaktionszeiten nimmt der Intradayhandel im Bereich der Direktvermarktung von erneuerbaren Energien inzwischen eine Schlüsselrolle ein. So können Kraftwerksbetreiber kurzfristig reagieren, wenn sich beispielsweise eine Wetterprognose ändert und dies eine nicht eingeplante Über- oder Unterproduktion von Windkraftwerken zur Folge hat.

Neue Herausforderungen für den Markt

Mit der Zunahme des Anteils erneuerbarer Energien werden die Markakteure jedoch auch mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Besonders weitreichende Folgen haben die stark zugenommene Volatilität und das stetig zunehmende Handelsvolumen des Marktes. Von vielen Branchenexperten werden sogenannte Autotrader als wahrscheinlichste Hilfsmittel für die Bewältigung dieser Herausforderungen betrachtet. Dabei handelt es sich um Softwarelösungen, die auf Basis zuvor definierter Strategien vollautomatisch am Markt handeln.

Aufgrund seiner großen Relevanz haben wir diesem Thema einen separaten Artikel gewidmet, der in den VIK-Mitteilungen 5-2016 des Verbandes der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. erschienen ist. Sie finden den gesamten Artikel hier.

 

Graph über die Verteilung der erneuerbaren Energien in Deutschland 2015

Abb. 1: Energiemix und Brutto-Stromerzeugung in Deutschland 2015 . Quelle: Eigene Abbildung, Daten von AG Energiebilanzen. Stand: 08/2016

Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland

Abb. 2: Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland. Quelle: Eigene Abbildung, Daten von AGEE-Stat. Stand: Februar 2016

Konstantes Wachstum des Handelsvolumens am Intradaymarkt der EPEX Spot.

Abb.3: Konstantes Wachstum des Handelsvolumens am Intradaymarkt der EPEX Spot. Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an EPEXDIB

Entwicklung der jährlichen Base Peak Spreads an der EPEX Spot. Gut zu sehen sind die Auswirkungen der erneuerbaren Energien auf den Stromhandel.

Abb. 4: Entwicklung der jährlichen Base Peak Spreads an der EPEX Spot. Gut zu sehen sind die Auswirkungen der erneuerbaren Energien auf den Stromhandel. Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an EPEXDIB

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