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Der Intraday-Stromhandel wird in einigen Jahren größtenteils automatisiert ablaufen

Pressespiegel: MBI Energy 4.0

Energy 4.0 interviewte den Geschäftsführer Johannes Püller zum Thema der zunehmenden Automatisierung des Intraday-Strommarkts und widmet dem Thema die Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe:

„Der Intraday-Stromhandel wird in einigen Jahren größtenteils automatisiert ablaufen“

 

 Über eine gut gefüllte Projektpipeline berichtet das Software-Unternehmen VisoTech. „Es laufen einige Ausschreibungen, bei denen wir dabei sind“, sagt Geschäftsführer Johannes Püller im Gespräch mit Energy 4.0. Seiner Schätzung zufolge dürfte die Kundenzahl bis Jahresende auf 30 steigen. Derzeit zählt das Unternehmen aus Wien 25 Kunden, darunter die Energiekonzerne Steag, Verbund, Tiwag, Iberdrola, SN Energie aus der Schweiz und die Stadtwerke Leipzig.

VisoTech verkauft Software für den vollautomatischen Stromhandel, die Risikobewertung oder das Fahrplan- und Bilanzkreismanagement. Der Autotrader ist auf den kontinuierlichen Intraday-Handel an den Strombörsen Epex Spot und Nord Pool ausgerichtet. Andere Handelsbereiche wie das Day-ahead-Geschäft und der außerbörsliche Handel stehen nicht im Fokus, werden aber analysiert.

An der Epex Spot kam der Intraday-Markt im ersten Halbjahr auf ein Volumen von 34,7 Terawattstunden, was 13 Prozent des gesamten Spothandels entspricht. Es handelt sich also um ein vergleichsweise kleines Segment, das allerdings zwei Besonderheiten aufweist: Zum einen wächst es kräftig, weil mit der steigenden Erneuerbaren-Produktion der Bedarf zum kurzfristigen Ausgleich des Portfolios zunimmt. Vor allem das Volumen der Windstromproduktion lässt sich schwer prognostizieren, die tatsächlichen Erzeugungsmengen sind erst sehr kurzfristig bekannt.

Zum anderen ist der Intraday-Markt außerordentlich volatil, es kommt zu extrem schnellen Preisausschlägen. „Je näher die Lieferung rückt, desto mehr Preis und Mengenbewegungen gibt es“, erläutert Püller.

Das höchste Volumen für den Kontrakt entsteht in den letzten zwei Stunden vor dem Handelsschluss. Für einen Händler ist es schwer, das alles im Blick zu behalten. „Manuell ist das kaum zu machen“, meint Püller.

Rund 20 Prozent des Handels laufen automatisch ab

Die Autotrader-Software gibt es in verschiedenen Ausbaustufen. Sie kostet zwischen 80.000 und 250.000 Euro. Die Wartungskosten liegen bei 15 Prozent im Jahr. Vergleichbare

Lösungen böten nur zwei Konkurrenten an, so Püller. Dabei handelt es sich um das Aachener Softwarehaus Soptim und Likron, ein auf quantitative Strategien spezialisiertes Unternehmen aus München.

Tag für Tag geben Händler mehr als 300.000 Orders an die Epex Spot. Rund um die Uhr werden die Aufträge ausgeführt. So entstehen bis zu 35.000 Geschäfte täglich. In der Direktvermarktung von Erneuerbaren-Strom nimmt der Intraday-Markt inzwischen eine Schlüsselrolle ein.

Nach Schätzung Püllers laufen derzeit rund 20 Prozent des Intraday-Handels an der Epex Spot automatisch ab. Er ist überzeugt, dass der Anteil stark steigen wird, denn der Handel wird immer schneller. „Bald wird ein manuell handelnder Trader attraktive Orders gar nicht mehr zu Gesicht bekommen, weil ein Algorithmus sie bereits ausgeführt hat“, sagt Püller.

So entwickelt die Automatisierung einen sich selbst verstärkenden Effekt. „In einigen Jahren wird der Intraday-Stromhandel im Wesentlichen automatisiert ablaufen“, ist der VisoTech-Geschäftsführer überzeugt. Ein weiterer Treiber ist die geplante Kopplung der europäischen Intraday-Märkte. Durch die grenzüberschreitende Zusammenführung von Orders würde die Komplexität des untertägigen Stromhandels weiter zunehmen.

So weit ist es allerdings noch nicht: Das so genannte XBID-Projekt gilt als hoch komplex, denn es gibt 14 lokale Implementierungsprojekte, in die die jeweiligen Übertragungsnetz- und Strombörsenbetreiber involviert sind. 

Den Händler selbst macht die Automatisierung nicht überflüssig, aber seine Rolle verändert sich. „Er wird mehr denn je strategisch arbeiten“, glaubt Püller. Und außerdem das Algotrading füttern und überwachen.

Helmut Kipp 

 

Artikel aus: Energy 4.0, 1. August 2017, Nr. 8; © 2017 Energy 4.0. MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co., Frankfurt / Main.

Den Originalartikel können Sie ebenfalls im PDF-Format abrufen.

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