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Künstliche Intelligenz trifft Energie: eine Industrie auf Speed

Pressespiegel: EUROFORUM

teaser-t-euroforum-kiWas bedeutet künstliche Intelligenz den Energiehändler?

KI ist einer der Top-Trends in der Energiebranche. Aber handelt es sich dabei nur um ein Schlagwort, welches nach ein paar gehypten Pilotprojekten wieder verschwindet? Die Antwort ist ganz klar: Nein! KI ist nicht mehr wegzudenken und es besteht erhebliches Potential, die industrielle Prozesse zu revolutionieren.

Die für KI benötigten Basistechnologien entwickeln sich rasant weiter. Industriegiganten wie Microsoft, Google und IBM investieren Milliarden in die Weiterentwicklung von KI-Systemen. Oftmals werden Ergebnisse aus dieser Forschung als Open Source Projekte zur Verfügung gestellt, was die Verbreitung solcher Systeme weiter beschleunigt. Ein Beispiel dafür ist TensorFlow, ein System für KI-Anwendungen, welches ursprünglich von Google entwickelt wurde und nun von jedermann frei genutzt werden kann.

 


KI ist nicht mehr wegzudenken und es besteht erhebliches Potential, die industrielle Prozesse zu revolutionieren.


 

Aber was können diese Technologien leisten? Kurz gesagt: Vorhersage und Optimierung. Hochgradig granulare Wettervorhersagen – wie z.B. die IBM Deep Thunder-Lösung mit Reichweiten unter einem Kilometer in 15-Minuten-Intervallen – ermöglichen eine wesentlich genauere Vorhersage der produzierbaren Sonnen- und Windenergie oder auch des Energiebedarfs.

Dies wiederum ermöglicht es, genau die richtige Menge an Energie zu liefern, wann und wo sie benötigt wird. Der Betrieb von Kraftwerken aller Art – ob physisch oder virtuell, traditionell oder erneuerbar – kann optimiert werden, ebenso wie das Netz selbst. Mit Smart-Meter und KI-gestütztem Demand-Side-Management lässt sich die Nachfrage in Zeiten mit höherem Angebot verschieben. Letztendlich führt dies zu Kosteneinsparungen und erhöhtem Gewinn, verbunden mit höherer Energieeffizienz und geringeren Emissionen. Eine win-win Lösung für alle, oder?

 

Braucht es dann noch menschliche Intelligenz?

Vielen Dank, Sie wurden von einer künstlichen Intelligenz ersetzt! Vor diesem Satz fürchten sich derzeit viele Handelsprofis in der Energiebranche. Zurecht? Klar ist: Die Welt der Energieversorgung ändert sich derzeit dramatisch. Noch dazu in einer Geschwindigkeit, die mit einer traditionell eher trägen Branche nicht kompatibel ist. Kein Wunder, denn spätestens mit der rasant fortschreitenden Digitalisierung kommt eine ungewohnt hohe Geschwindigkeit in die Branche. Eine Industrie auf Speed. Besonders augenscheinlich ist diese Entwicklung bei den europäischen Spotmärkten. Jahr für Jahr werden Rekordzuwächse im kurzfristigen Handel auf EPEX SPOT, NordPool und auch der Erdgasbörse PEGAS verzeichnet. Inzwischen ist der Handel bis wenige Minuten vor Lieferung möglich.

Eine weitere Entwicklung, die sich anhand des Kurzfristhandels ableiten lässt, sind die kontinuierlich sinkenden Preise. Das drückt auf die Margen und hat schon den ein oder anderen Businessplan obsolet gemacht. So werden neu gebaute Kraftwerke mit fossilen Energieträgern gleich wieder stillgelegt, um kein Geld zu verbrennen. Und um noch eines oben drauf zu legen, steigt noch die Volatilität der Preise. Langfristige Planbarkeit war gestern.

 

Algo-Trading-Systeme im Aufschwung

Glücklicherweise lassen sich immer mehr Prozesse automatisieren. Im Kurzfristhandel erleben Algo-Trading-Systeme gerade einen enormen Aufschwung und sind gut ausgestattet, um die notwendige Geschwindigkeit zu liefern. Was in der Finanzbranche seit Jahrzehnten gang und gäbe ist, erfreut sich mittlerweile auch in der Energiebranche einer großen Nachfrage.

 


Die neue Währung der Energiewirtschaft ist Know-how.


 

Durch intelligente Systeme, die ganze Prozessketten vom Datenmanagement über den Handel bis hin zum Fahrplanmanagement automatisieren, entstehen plötzlich neue Chancen. Indem sie lernen, wie der Markt funktioniert, können KI-basierte Handelsalgorithmen komplexe Muster entdecken, die ein Mensch niemals sehen würde, und intelligentere, profitablere Trades im Handumdrehen abschließen.

Nun zurück zur einleitenden Frage – braucht es noch menschliche Intelligenz? Selbstverständlich! Künstliche Intelligenzsysteme sind – wie der Name schon sagt – nur künstlich intelligent. Diese Systeme müssen, mühselig wie ein kleiner Hund, erst trainiert werden. Danach sind sie maximal so intelligent, wie der Trainer es ihnen beigebracht hat. Entsprechend ist das Wissen der Energiehändler von heute gefragter denn je. Die neue Währung der Energiewirtschaft ist Know-how. Oder warum gibt es noch kein Uber oder AirBnB des Energiehandels? Ganz einfach: Weil die Sache etwas komplizierter ist als eine Taxifunkzentrale oder eine Hotelvermittlung. Energiehändler sind also gut beraten, Ihre Intelligenz zu nutzen, um auch bei rasanter Geschwindigkeit die Nase vorne zu behalten.

 

Wolfgang Eichberger, Co-Founder, VisoTech

Kommentar erschienen in: EUROFORUM-Konferenz Newsletter “Intraday-Handel Strom” am 28. September 2018; © 2018 EUROFORUM Deutschland GmbH, Düsseldorf.

Den Originalartikel können Sie ebenfalls auf der EUROFORUM-Homepage lesen.


Über EUROFORUM-Konferenz “Intraday-Handel Strom”

thumb_EF-IntradayHandelStromAls Veranstalter engagiert EUROFORUM ausgewiesene Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und schafft Foren für Wissenstransfer und Meinungsaustausch. Auf hochwertigen Konferenzen, Seminaren und Jahrestagungen werden neueste Trends beleuchtet und aktuelle Informationen für die praktische Unternehmensführung geboten. Darüber hinaus knüpfen Führungskräfte wertvolle Kontakte mit den Entscheidern der jeweiligen Branche.

Die Konferenz „“Intraday-Handel Strom” 6.-7.12.2018 in Düsseldorf fokusiert sich auf wichtigen Themen der Energiewirtschaft, wie

  • Vermarktungschancen am Intraday-Markt
  • Marktzugang und Voraussetzungen für den Handel
  • Erfahrungen mit XBID – funktioniert der grenzüberschreitende Handel?
  • Blockchain, peer-to-peer, lokale Märkte
  • Artificial Intelligence im Energiehandel
  • Automatisierung und Algorithmen: Geschwindigkeit entscheidet!
  • Erfahrungen mit Algo-Trading
 

Als Anbieter von Europas führender Softwarelösung für den vollautomatisierten Strom- und Gas-Spothandel wurden wir eingeladen, unsere Fachkenntisse mitzuteilen. VisoTech Co-Founder Johannes Püller wird am 7. Dezember um 11:35 Uhr zum Thema „Künstliche Intelligenz zur Intraday- Kraftwerksoptimierung auf Speed“ referieren.


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